#Was die können, können wir schon bloggen.

Die Muddastadt sorgt für innovative Vereinigung der Gegensätze

Berlin zeigt, dass es immer einen Schritt voraus ist. Unaufgeregt werden Trends gesetzt, neue Kunst in der Öffentlichkeit geschaffen oder alte Gewohnheiten neu verpackt. Die Muddastadt ist ein wenig laut, leise und immer provokant. Die Kunstszene liefert ein perfektes Beispiel, wie Berlin sich inszeniert und dabei fast auf bewusste Inszenierung verzichtet.

Statt Werbung gibt es Kunst

Wer kennt das nicht in der Hauptstadt der Gegensätze? Das Warten auf die U-Bahn ist für Berliner nichts Neues, außer man trifft einen redseligen Mitfahrer, der eben fast unbeteiligt, eine Neuigkeit verbreitet. Neonreklamen und Werbetafeln zieren die Wände und hoppla. Da gibt es Kunst! Im durchgetakteten Tagesfluss sind unnötige Unterbrechungen unbeliebt. Beim Herumstehen am Gleis sollten die Augen allerdings aufmerksam sein, denn dort hat Laura Horelli tatsächlich Kunst platziert, die im ersten Moment wie Werbung erscheint. Doch die Berliner erkennen die geheimen Schätze und sehen die 16 Plakate, die zu der Reihe „Kunst im Untergrund“ zählen. Die Bilder zeigen, dass Berlin interessiert ist und selbst in U-Bahnstationen, tief im Untergrund verborgen, Anteil an fremden Schicksalen nimmt. Die Muddastadt zeigt Engagement und plakatiert mit Stil statt Werbung.

@kunst-im-untergrund.de

Transparenz statt Scheinheiligkeit

Berlin setzt auf Transparenz und Theaterstücke lassen die 68-er neu aufleben. Zusammenhalt statt Ausgrenzung steht bei der Neuinszenierung von „Eine linke Geschichte“ auf dem Programm. Das Theaterstück vereint Biografisches mit Geschichtlichem und einem Hauch oder mehr Kabarett. Diese Form der Inszenierung traut und bietet nur Berlin. Denn hier lebt der Geist der Vergangenheit und redet über die Gegenwart und plant die Zukunft.
Wer es gerne traditioneller mag, macht einfach einen Kunst-Spaziergang während der Berliner Gallery Weekends in Kreuzberg. Berlin mag es bunt und bleibt es auch. Die Kunst zeigt, dass in der Hauptstadt alles erlaubt ist, was woanders auf taube Ohren stösst und sich nicht darum schert, ob etwas erlaubt oder gar trendy ist. Das ist das Besondere an der Kunstszene in der Muddastadt. Sie bietet Neues und setzt Trends, ohne dass Trendsetter bewusst Trends setzen.

@berlin-buehnen.de

Frauen legen vor

Frauen in Berlin setzen auf Performance und machen daraus Kunst. Wie einst Yoko Ono zeigte, machen heute feministische Inszenierungen auf Rassismus und Gewalt aufmerksam. Gegen formalistische Strukturen, dafür mit Herz und Verstand für den erweiterten Kunstbegriff. Entgrenzung wird angestrebt und Tanz, Musik oder Videos fließen in Inszenierungen ein, die allerorts als Happening bezeichnet werden. Nur nicht in Berlin. Hier macht der Künstler das, was er empfindet und will. Genau dadurch ist er hipp und setzt Trends. Geräuschquellen torpedieren sich gegenseitig und Akademiebesucher vertiefen sich in Kopfhörer. Berlin ist schon wieder einen Schritt voraus, ohne er darauf angelegt zu haben. Berlin- ick liebe dir!

@sidebysidestudio.net
Facebook Kommentare